„Wo man singt, da lass dich nieder...“, das beherzigen jeden zweiten Mittwochnachmittag bis zu zwanzig Junggebliebene beim „Sing mit!“ im Haus der Senioren.
Und immer ist Wunschkonzert. Der Reihe nach wird von jedem eine Zahl zwischen 1 und 164 gerufen. Dann nehmen alle ihre Liedermappe zur Hand und trällern dieses Lied: 62 – „wo der Wildbach rauscht“, 4 – „vom treuen Husar“, oder 87 – „trink, Brüderlein trink“. Doch statt Wein wird hier eher Kaffee, Mineralwasser oder Apfelschorle getrunken.
Die Melodie gibt der Neuß Toni vor. Seit 62 Jahren spielt er schon auf dem Akkordeon. Sein Debüt gab er 1950 auf dem Kellerberg, als der dortige Biergarten noch in Betrieb war. Später trat er immer wieder als Alleinunterhalter auf. Seit mehr als zwei Jahren als Hausmusiker bei den Senioren.
Und wenn mal ein Lied aufgerufen wird, das der Toni noch nicht kennt, muss der Alois Kerle einspringen. Sein Instrument ist nämlich ein Laptop. Dort sind alle Lieder aus der Mappe gespeichert. Wird die Ziffer aufgerufen erscheint der Text so groß, dass er ihn ohne Brille ablesen kann. Ist einmal die Melodie nicht so geläufig, dann lässt er die Melodie über seinen Lautsprecher abspielen. Als Berichterstatter durfte ich auch ein Lied auswählen und ich erwischte gleich ein Lied, das den Sängern noch nicht so bekannt war – „das Wolgalied“. So hörten wir das Lied erst einmal von einem Sänger aus dem Lautsprecher. Im Nu spielt dann der Toni die Melodie aus dem Gehör nach.
Übrigens, die Noten kennen die Wenigsten. Die werden aber auch nicht gebraucht. Trotzdem wird meistens mehrstimmig gesungen. Die Liedermappe wird immer umfangreicher. Manches Lied, vom letzten Urlaub inspiriert, wird zusätzlich ins Repertoire aufgenommen und der Alois hat sich den neuen Text und die Melodie bereits aus dem Internet heruntergeladen. Die wichtigsten Männerstimmen kommen von den Kerle-Brüdern. Denn neben dem Alois sind meist noch der Martin und der Sepp bei den Singrunden dabei.
Gelegentlich gibt es auch Auftritte: Bei den Festen im Haus der Senioren – und auf Einladung auch schon mal im Aichacher Spital oder im AWO-Seniorenheim. Bei einer Singrunde während der Museumsnacht kam der Bundestagsabgeordnete Lotter vorbei und war davon so mitgerissen, dass er den Neuß Toni um sein Instrument bat und damit gleich einige Gesangsstücke begleitet hatte.
Übrigens: Sogar die Apotheker-Zeitung empfiehlt das Singen als Therapie. Es löst die inneren Verspannungen in Körper und Geist. Also auf geht´s: Die nächste Singrunde im Haus der Senioren ist wieder am 5. September 2012 um 14:00 Uhr.
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Die Idee zum monatlichen Kinobesuch für die reifere Generation stammte von Walter Voglgsang. Der Vorsitzende des Seniorenbeirates ging damit auf Werner Rusch, dem Besitzer des Aichacher Cineplex zu. Die Idee kam gut an, die mittlerweile schon zum hundertsten Mal praktiziert wurde.
Rusch und Voglgsang suchen diese Filme...