Schubladendenken oder mehr Toleranz

Es gibt in unserer Gesellschaft einen großen Schrank in dem viele Schubladen stecken. Diese Schubladen für unsere Kinder haben Aufschriften: ADS`ler, Legastheniker, Dys-kalkiker, usw. usw. Diese Liste ist endlos................
In diesen Schubladen sind Menschen, vor allem unsere Kinder, die von anderen Menschen da hinein gesteckt wurden, weil sie nicht dem entsprechen was man in unserer schnelllebigen Zeit verlangt. Sie sollen hundertprozentig funktionieren oder hundertzwanzigprozentig? Wer gibt wem das Recht, stigmatisierend über andere zu urteilen. Jeder kann seine Meinung sagen, aber heißt das nicht auch gleichzeitig, dass man die andere Meinung akzeptieren sollte?
Man sagt dieser Mensch passt nicht zu uns, er ist anders. Wer bestimmt das? Hat nicht jeder ein Recht darauf so zu sein wie er ist? Genau so, mit allen Stärken und Schwächen. Diese Vorurteile lassen Talente verkümmern, Kinder werden abgestempelt. Wichtig ist doch, dass wir im Umgang mit Kindern und Jugendlichen äußerst zurückhaltend sein müssen mit etikettierenden Aussagen. Warum das „anders sein“ nicht als Chance sehen und als Vorraussetzung für die Arbeit mit den Kindern? Es geht darum die Menschen, vor allem aber unsere Kinder, um ihre Einmaligkeit und Individualität willen zu respektieren. Ich bin ehrlich oft enttäuscht über soviel Schubladendenken, über soviel Unehrlichkeit sich selbst und anderen gegenüber. Ich werde mich dagegen wehren, auch wenn das heißt gegen den Strom zu schwimmen. Vor allem wir als Erwachsene sollten es doch besser wissen. Nimm erst den Balken aus deinem Auge und dann suche den Splitter im Auge des Kindes. Haben wir nicht schon selbst erfahren, wie es ist in eine Schublade gesteckt zu werden? Warum bringen wir unseren Kindern bei so zu leben? Und uns selbst? ADS`ler oder Legastheniker, Dyskalkuliker......u.s.w….. Immer häufiger entwickeln sich Ängste und Lernblockaden. Erfahrungsgemäß tauchen schon erste Stresssymptome in der Grundschulzeit auf, etwa jedes fünfte Kind in Deutschland leidet inzwischen an Entwicklungs- und Verhaltenstörungen.Sind wir nicht dazu verpflichtet ihnen alle Wege zu ebnen, sie frei zu halten von Vorurteilen? Dazu noch ein Zitat von Sir Peter Ustinov. Ihm ist es gelungen an drei europäischen Universitäten Stiftungslehrstühle zur Vorurteilserforschung einzurichten. (Durham, Wien, Budapest) Vielleicht wird es das Fach „Vorurteile“ dann eines Tages auch an unseren Schulen geben: so wie Mathematik, Sprachen und Sport. “I am perfec" ,irgendwo auf meinen Reisen durch die Welt – ich weiß nicht mehr wo – stand ich plötzlich vor einer Häuserwand. Auf die hatte hintersinniger Witzbold ein Graffito gemalt: „I am perfec!“ Eine Sekunde lang war ich verwirrt und dachte. Kann der Typ kein Englisch? Dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen: der Sprüher hatte das kleine “t“ absichtlich eingespart. Wer weiß, womöglich war ein „kluger“ Gott der Schmierfink.“ (Sir Peter Ustinov, 2004)

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2 Kommentare zum Beitrag
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Maria Schenk aus Schrobenhausen am 03.04.2009 um 19:53 Uhr  
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Manuela Sigl aus Aichach am 20.04.2009 um 11:35 Uhr  
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