Motivationsförderung beim Lernen

Spielen ist etwas Wunderbares. Spielen ist mehr als nur Zeitvertreib. Spielen ist eine der besten Arten zu lernen.
Ein wichtiger Aspekt für den erfolgreichen Lernprozess und den Aufbau neuer Fähigkeiten, ist die individuelle Motivation der Kinder. Diese wird vor allem immer auch durch die Verwendung der jeweiligen Fördermaterialien und Spiele mitbestimmt. Es gibt ein sehr breites Angebot an unterschiedlichsten Fördermaterialien, es sollten aber immer wichtige Grundsätze beachtet werden: Welche Förderspiele sind geeignet das Interesse des Kindes zu wecken und Lernhemmungen abzubauen? Welche Interessen äußert und zeigt das Kind? Was macht das Kind mit Freude und Begeisterung? Was kann es gut? Ist das Spiel und Fördermaterial altersentsprechend ? Kann das Kind mit dem Material/Spiel Erfolge erreichen? Spricht das Fördermaterial viele verschiedene Sinneskanäle an? Fördern Spiele/Material einen bestimmten Lernbereich? Sind die Möglichkeiten der Eigenaktivität gegeben?
Als LerntherapeutIn habe ich vielfältige Möglichkeiten und orientiere mich weitgehend an den Interessen des Kindes. In jeder Stunde gibt es mindestens einen Erfolg. Das lässt sich in der spielerischen Förderung leicht umsetzen. So können sie auch als Eltern folgendermaßen fördern : Kreatives sinnvolles Spiel- und Arbeitsmaterial bereitstellen, Ermutigung zum ersten Schritt bei der Bewältigung der Lernproblematiken, Gelegenheit geben zum Ausprobieren und Experimentieren, Erhöhung der Spannung auf die Lösung, die Erlaubnis Fehler machen zu dürfen, Anreiz zur Improvisation, den Mut zur Produktivität fördern. So kann das Kind in Freiheit zum persönlichen Lern - und Arbeitsstil zu finden. Das geschieht am stärksten im Erleben eigener Erfolge. Wir müssen die Kinder und Jugendlichen immer wieder zu Erfolgen führen. Dabei spielt das Loben eine große Rolle. Damit ist ein echtes authentisches Loben gemeint. Kinder werden oft „unecht“ gelobt oder das Lob wird mit einer Kritik verbunden. Erfolge und Lob führen im Kind zur Erhöhung seiner Anstrengungsbereitschaft. Es erhöht von sich aus die Forderungen an sich selbst, und gerade darauf kommt es an. Das Kind kann unter geschickter pädagogischer Führung lernen, eine Lernmethode selbst zu entdecken, selbst etwas heraus zu finden. Das Entscheidende dabei ist, keine fertigen Ergebnisse zu vermitteln, sondern die Wege zur Lösung so spannend zu machen, das das Selbst - herausfinden wollen zur Freude am Lernprozess wird.
Ein Beispiel, die Methode des kreativen Schreibens ( Eröffnet noch mehr kreative Schreibwerkstätten an Regelschulen – es gibt gute erprobte Konzepte!) mit den Kindern zu erlernen um eventuelle Schreibblockaden abzubauen. Somit Spaß und Freude an Sprache und im Umgang damit zu vermitteln, ist eine andere Fördermöglichkeit für den LRS -Bereich. Ein empfehlenswertes Buch das ich gerne verwende, nennt sich „Schreiben wie der Schnabel wächst“ ( Bernhard Selling 1996, Aurum Verlag). Die Kinder werden sehr motiviert und lernen spielerisch den Umgang mit Sprache. Andere Beispiele sind: Hexenreime, ABC-Geschichten, Buchstaben-Gedichte und Geschichten erfinden, moderne Märchen schreiben, ein eigenes Geschichten-Buch schreiben. Man kann auch ein Portfolio erstellen – Kinder werden angeleitet sinnvolle Sammlungen von ihren Arbeiten anzulegen, über eine bestimmte Zeitspanne; es dient also als Aufzeichnung von Fortschritt und Leistungssteigerung. Ein Portfolio kann z.B. sein: ein Lerntagebuch, gesammelte Informationen zu einem Thema/ Stärken und Schwächen, Mind -Maps zum bearbeiteten Thema, Arbeitspläne mit Möglichkeiten zur Selbstkontrolle, Fragebögen zur Selbstevalution u.v.m. enthalten. Ein Portfolio als Sammlung von Arbeiten, die Fähigkeiten und Produkte der Kinder demonstrieren, geht von den Stärken, Wissen und Erfahrungen aus, die das Kind oft selbst zu wenig kennt und schätzt. Kinder sollen lernen und ermutigt werden, in einem kontinuierlichen Prozess, ihre Stärken zu erkennen, zu beschreiben, zu verstehen und in ihre (Selbst-) Entwicklung einzubeziehen. Somit bin ich in meiner Vorbereitung der Förderstunden immer auf der Suche nach neuen Wegen um Lernkanäle zu erschließen, um die Motivation des Kindes zu erhalten. So fördere ich mit kreativen Materialien vor allem die Selbsttätigkeit des Kindes, nutze seinen Forscherdrang, seine Lust am Spiel, gehe auf Lern- Entdeckungs-Reise und verbinde das Spielen mit den Förderzielen der Therapie.

Quelle: Facharbeit/ M.Sigl 2006, Integrativen Lernförderung/ Wege zur ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung mit systemischen Ansätzen und validen Programmen
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