Den Bruder erkennen...

Gerade sehe ich einen Mann an der Bushaltestelle, wie er sich von den anderen entfernt, auf den Bus wartend steht und mit sich selber auseinander setzt.
So manches Mal wenn ich im Bus sitze oder über die Strasse geh, sehe ich in leere Gesichter;
stumpfer apathischer Blick, stur nach vorne gerichtet, Mundwinkel, die nach unten zeigen, Augen die müde und leer scheinen.

Liegt es an der vielen Arbeit, die manche Menschen bewältigen müssen, oder liegt es daran, dass sie alleine sind und dem Leben keine Freude mehr abgewinnen können; sie nur leben um zu arbeiten.

Oft kann man erkennen, wie sie verstohlen die Lippen bewegen, in einem Gespräch mit sich selber versunken, um dann erschreckt aufzublicken, wenn sie es bemerken oder meinen bemerkt zu werden.
Auch ich habe dies schon getan, mich mit mir über eine Lebenssituation unterhalten, mir die Tätigkeiten vorgesagt, in deren Reihenfolge ich nun vorgehen möchte. Nicht immer nur ein Beweis von Einsamkeit oder Frust.
Doch ich sehe es immer mehr an den Gesichtern der Menschen, wie müde sie sind, wie scheinbar perspektivlos sie da in den Sitzen des Busses versinken, bloß nicht bemerkt zu werden, nicht ansprechbar sein…und doch dann die Augen hebend, mit einem fast flehenden Blick: „Sprich mich an!“, zu sagen.

Sind wir so mit uns beschäftigt, dass wir dies nicht wahrnehmen wollen oder können. Sehen wir nicht die Not, in der manche Menschen zu stecken scheinen, manchmal es nicht selber wahrnehmend, welchen Blick sie in das Außen schicken.
Dabei hilft schon ein kleines Lächeln, ein freundlicher Blick oder ein einfaches Kopfnicken.
Ein Mensch, der scheinbar verloren auf dem großen Platz steht, den man vorsichtig ansprechen kann, um ihm eventuell benötigte Hilfe anzubieten.
Den Platz einnehmen im Bus, direkt neben einer solchen Person und einfach von dem schönen Wetter sprechen, meistens bekommt man ein Lächeln und eine nette Antwort.
Es kostet uns doch nichts, der älteren Dame/Herr über die Strasse zu helfen oder anzubieten, die Einkaufstasche in den ersten Stock zu tragen.

Jeder von uns kann etwas dazu beitragen, um in dieser Welt die Einsamkeit etwas kleiner zu machen.
Wir nennen uns Christen, und Christus hat jedem zugehört, egal woher er kam und welcher Religion er angehörte, oder wie seine Stellung in der Gesellschaft war.
Öffnen wir die Augen und vor allem öffnen wir unsere Herzen...


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6 Kommentare zum Beitrag
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Helga Gruhle aus Döbeln am 24.11.2011 um 12:33 Uhr  
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Annette Thü. aus Neustadt am Rübenberge am 24.11.2011 um 12:59 Uhr  
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Gisela 'Gela' Handke aus Aachen am 24.11.2011 um 13:04 Uhr  
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Gisela 'Gela' Handke aus Aachen am 25.11.2011 um 11:49 Uhr  
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